Hotelportale: Droht der Bestpreisgarantie das Ende?

Viele Hotelportale werben mit einer so genannten Bestpreisgarantie – sprich, mit konkurrenzlos niedrigen Preisen. Das Bundeskartellamt sieht darin allerdings eine Einschränkung des Wettbewerbs und ließ im Dezember 2015 ein Verbot für das Portal Booking.com folgen und verfügte, die Klausel in sämtlichen Verträgen mit den Hotelanbietern zu tilgen. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf zweifelte nun die Kartellamtsentscheidung zur Bestpreisklausel an.


Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes erklärte: „Auch diese sogenannten engen Bestpreisklauseln beschränken sowohl den Wettbewerb zwischen bestehenden Portalen als auch den Wettbewerb zwischen den Hotels selbst. Sie verletzen zum einen die Preissetzungsfreiheit der Hotels auf ihren eigenen Online-Vertriebskanälen. Der Anreiz für ein Hotel, seine Preise auf einem Hotel-Portal zu senken, ist sehr gering, wenn es gleichzeitig im eigenen Online-Vertrieb höhere Preise ausweisen muss. Zum Zweiten wird der Marktzutritt neuer Plattformanbieter weiterhin erheblich erschwert. Aufgrund der Bestpreisklauseln besteht praktisch kaum ein Anreiz für die Hotels, ihre Zimmer auf einer neuen Plattform günstiger anzubieten, solange sie diese Preissenkungen auf ihren eigenen Webseiten nicht nachvollziehen können. Ein erkennbarer Vorteil für den Verbraucher ist damit nicht verbunden.“

Wie das OLG Düsseldorf letztendlich entscheiden wird, ist noch offen. Einerseits ließ das Gericht Zweifel am kartellamtlichen Bestpreisklausel-Verbot durchscheinen, auf der anderen Seite bestätigte das OLG Anfang 2015 die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde, die Bestpreisklausel von HRS zu untersagen. Ein exakter Termin für die Urteilsverkündung ist noch offen.